Bibelkreis in Purkersdorf



.Bild "tn_back_buch.jpg".Sie sind herzlich dazu eingeladen.
Beginn ist jeden Dienstag 20:30 Uhr
Dauer bis ca. 22:00 Uhr

Ort ist der Gemeindesaal der evangelische Kirche in Purkersdorf Wintergasse 13-15.

In den Sommerferien ist Sommerpause.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung. Wir freuen uns auf Gottes Wort.



Zu unserem aktuellen Thema: Einführung in den Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

(aus unserer Vorlage für den Bibelkreis, die Serendipity Bibel)

Autor und Abfassungszeit

.Bild "Titel-Serendipity-Roemerbrief.jpg".
Serendipity Bibel Römerbrief

Der Apostel Paulus schrieb den Brief während eines dreimonatigen Aufenthalts in Korinth im Haus seines Freundes Gajus (Röm 1 6,23). Es war Winter, wahrscheinlich der Jahreswechsel 56/57 n. Chr. (auf jeden Fall aber zwischen 54 und 59 n. Chr.).

Abfassung und Adressaten


Fast zehn Jahre lang hatte Paulus das Evangelium unter den Heiden rund um das Ägäische Meer gepredigt. Unter den neuen Gemeinden hatte er Geld zur Unterstützung der verarmten Gemeinde in Jerusalem gesammelt; dieses will er trotz einiger Sorgen um seine eigene Sicherheit dort abliefern. Anschließend plant er, nach Spanien zu reisen und auf dem Weg dorthin auch die Welthauptstadt Rom zu besuchen. Zur Vorbereitung dieses Besuchs schreibt er den Römerbrief, mit dem er sich der dortigen Gemeinde vorstellt. Sie kannten ihn nicht persönlich, auch wenn er dort einige Freunde hatte (wie die Grüße in Kapitel 16 zeigen). Es geht ihm in diesem Brief darum, zu beweisen, dass er ein unverfälschtes Evangelium von Jesus Christus predigt.

Paulus konnte seinen Plan nicht wie beabsichtigt umsetzen. Er sollte Rom zwar besuchen, aber nicht als freier Mann, sondern als Gefangener. Seine Befürchtung bezüglich seiner Reise nach Jerusalem erwies sich als begründet. Kaum war er dort angekommen, wurde er verhaftet und später zu einer Verhandlung nach Rom überstellt. Dort wartet er mindestens zwei Jahre unter Hausarrest auf seinen Prozess. Schließlich wurde er vertrauenswürdigen Überlieferungen zufolge auf einem Platz vor der Stadt hingerichtet. Nach Spanien kam er nicht mehr.

Es ist nicht sicher, wie die Gemeinde in Rom entstand. Wahrscheinlich hatten einige Juden aus Rom, die sich an Pfingsten in Jerusalem bekehrten (Apg 2,10), die Gemeinde gegründet. Der römische Historiker Sueton berichtet, dass Juden um das Jahr 50 aus Rom ausgewiesen wurden, weil sie Unruhe stifteten (vermutlich, weil sie in den jüdischen Synagogen von Jesus predigten).

Eigenart des Briefes


Der Römerbrief ist die umfassendste Darstellung der Theologie des Paulus. Er ist mit großer Umsicht geschrieben und legt besonderen Wert auf schlüssige Argumentationsgänge. Seine rabbinische Denkweise ist für heutige Leser zum Teil verwirrend. Selbst der Apostel Petrus hielt die Schriften des Paulus zuweilen für schwer verständlich (vgl. 2 Petr 3,16). Dennoch ist es ein lebendiger und dynamischer Brief voller Überraschungen und Gegensätze, farbig, leidenschaftlich und voller Schwung.

Inhalt


lm Römerbrief geht es um die Frage, wie der Mensch vor dem Urteil Gottes bestehen kann. Die Botschaft des Römerbriefes lautet: Es gibt Gewissheit über das richtige Verhältnis zu Gott. Wir können wissen, dass Gott am Jüngsten Tag ein positives Urteil über unser Leben fällen wird. Diese Überzeugung stützt sich nicht auf eigene Taten, sondern auf das, was Gott tat. Durch den Tod Christi an unserer Stelle bietet Gott uns seine Gnade ohne Gegenleistung an. Das Heil ist ein Geschenk, das sich niemand verdienen kann. Man kann es nur vertrauensvoll und dankbar als Geschenk annehmen.

Paulus stellt dieses Thema den Auffassungen einiger Judenchristen entgegen. Sie behaupteten, die Gnade müsse durch die Beschneidung und den Gehorsam gegen das Gesetz ergänzt werden (und wäre damit, so Paulus, entwertet). Wenn der Mensch irgendetwas tun muss, um Gnade zu verdienen, ist das Heil nicht mehr eine unverdiente, kostenlose Gabe, die Gott verschenkt. lm Zug seiner Argumentation stellt Paulus weitere Gegensatzpaare vor: Glaube und Werke, Geist und Fleisch, Freiheit und Gebundensein.

Paulus argumentiert folgendermaßen: Kein Mensch, sei er nun gläubig oder ungläubig, steht vor Gott schuldlos da (1 ,1 8-3,20). Dass Gott uns dennoch nicht verurteilt hat seinen Grund in der Gnade Gottes, die im stellvertretenden Tod Christi für uns sichtbar geworden ist und die der Mensch im Glauben annimmt (3,21-5,21). Die Gerechtigkeit vor Gott führt zu einem neuen Lebensstil (6,1 - 8,38). Weiterhin befasst sich Paulus mit der Frage, warum Israel zum großen Teil den Glauben an Christus ablehnt (9,1-11,36). Der Brief schließt mit praktischen Anweisungen zum christlichen Leben (12,1-15,1 3).

Die Bedeutung des Römerbriefes


Der Einfluss des Römerbriefes auf die Kirchengeschichte kann kaum überschätzt werden. Viele entscheidende Schritte ergaben sich aus seiner Lektüre und dem erneuten Verständnis dieses Briefes. 386 n. Ch. bekehrte sich Augustinus bei der Lektüre von Röm. 13,13-14. Daraufhin schrieb er seine detaillierte Analyse der menschlichen Natur und der Sünde (geprägt von Röm. 5+7). Dieses Werk formte die westliche Theologie jahrhundertelang. 1516 verstand Martin Luther die Lehre von der Rechtfertigung allein aus Glauben - anhand seiner Römerbrief-Lektüre. Das führte zur protestantischen Reformation. 1738 bekehrte sich John Wesley, als jemand Luthers Vorwort zum Römerbrief-Kommentar vorlas. So begann eine evangelische Erweckung in England. 1918 veröffentlichte Karl Barth seinen Kommentar zum Römerbrief, der "wie eine Bombe auf der Spielwiese der Theologen einschlug" (Karl Adam). Eine neue Epoche der Theologie wurde eingeleitet.

"Dieser Brief ist wirklich ein Hauptstück des Neuen Testamentes und das allerreinste Evangelium, und wert, nicht allein, dass jeder Christ ihn Wort für Wort auswendig kennt, sondern sich damit als Brot der Seele jeden Tag beschäftigt." (Luther, Vorrede zum Römerbrief). Der Reformator Calvin schrieb: "Wenn wir diesen Brief verstehen, dann öffnet sich uns ein Zugang zum Verständnis der gesamten Heiligen Schrift" (Johannes Calvin, Die Briefe des Apostels Paulus an die Römer und Thessalonicher).



Ein paar Gedanken zu unseren wöchentlichen Bibelkreis-Abenden


Für mich - als einen Gläubigen, der es jedoch noch nicht geschafft hat im Alltag regelmäßig Bibel zu lesen - sind diese Abende etwas ganz Besonderes. So stellen diese Abende sozusagen die

"Nahrungsaufnahme" des Wortes Gottes für eine Woche dar, und hier habe ich die Möglichkeit mich so richtig satt zu essen, da ich ja auch eine ganze Woche davon zehren muss.

Zur Zeit beschäftigen wir uns mit dem Römerbrief des Paulus und zwar anhand eines Serendipity Arbeitsheftes.

Viel Neues erfahre ich dabei, über manches wird diskutiert, vieles wird mir klarer, manchmal verwirrt mich auch einiges, oft kann auch der Alltag einfließen, doch über alldem kreist das Wort Gottes - und es tut mir jedesmal gut, wenn ich mir auch oft die Zeit dafür wirklich von anderen wichtigen Dingen

"abzwicken" muss. Man merkt auch, dass man mit vielen Problemen, Anliegen, Gedanken nicht allein ist, meistens geht es auch den anderen ähnlich. Für eine intensive Zeit und genügend Gesprächsstoff ist jedenfalls gesorgt.

Zu meiner Einstiegszeit (vor 8-9 Jahren) in den Purkersdorfer Bibelkreis umfasste unsere Gruppe rd. 8-10 Personen, mittlerweile sind wir teilnehmermäßig eher geschrumpft, im Durchschnitt sind wir 4-5 Personen.

Wir trinken Tee, essen Kekse oder Brote, machen es uns einfach gemütlich, manchmal singen wir auch, meistens wird gebetet, immer wird an diesen Abenden die Zeit zu kurz.

Hoffentlich werden wir wieder mehr Teilnehmer, spüre ich doch in dieser Runde "gelebte Gemeinde" , wie man dadurch einander besser kennenlernt und wie man oft einander auch wirklich braucht;

entweder in dem man von anderen Antworten auf seine Fragen erhält, in dem man auch eigene

Probleme mit ruhigen Gewissen ansprechen kann bzw. in dem man erkennt, dass es auch anderen in vielen Dingen ähnlich ergeht; dass man einfach nicht allein ist und dass man einfach so sein kann wie man ist.

Und so möchte ich auch abschließend gerne die Einladung aussprechen, einfach einmal zu unseren Bibelabenden zu kommen und sich selber ein Bild davon zu machen und zu hoffen, dass Sie sich/Du dich genau so wohl fühlen werden/wirst wie ich. Der Rest ergibt sich von selbst.

Also hoffentlich bis bald.

Für das Bibelkreisteam
Erich Handschuh